Das ehemalige Kinderkrankenhauses Park Schönfeld in Kassel soll zu einem gemischten Quartier entwickelt werden. Auch der Bau eines Hochhauses wird erwogen.
Kassel – Die Planungen der Kasseler Eigentümer laufen schon seit einigen Jahren. Doch mittlerweile haben die Stadtverordneten dem Entwurf und der Offenlage des Bebauungsplans zugestimmt. Damit wird die Öffentlichkeit über den Planungsprozess informiert, und es besteht die Möglichkeit, bis zum 20. Juni Anregungen und Einwände vorzubringen.
Nachdem das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin ins Klinikum umgezogen war, hatte die Vinber-Unternehmensgruppe das 15.500 Quadratmeter große Gelände an der Frankfurter Straße im Jahr 2014 erworben. Von 2015 bis 2019 waren dort Flüchtlinge untergebracht. Nach der bereits abgeschlossenen energetischen Sanierung der beiden Bestandsgebäude und dem Aufbau von vier öffentlich zugänglichen Schnellladestationen geht der Investor nun den nächsten Schritt.
„Blumenfeldquartier“ in Kassel nach Felix Blumenfeld benannt
So soll das Areal – zu Ehren des Gründers des Kinderkrankenhauses Dr. Felix Blumenfeld – unter dem Namen „Blumenfeldquartier“ städtebaulich weiterentwickelt werden. „Ziel der Quartiersentwicklung ist nicht nur die Ergänzung und Umnutzung der bestehenden Gebäude um zeitgemäßen und barrierearmen Wohnraum, sondern auch die Integration sozialer Nutzungen und die Schaffung neuer Angebote mit Mischcharakter“, teilt Unternehmenssprecherin Yaile Hidalgo auf HNA-Anfrage mit. Es seien bereits mehrere Einrichtungen mit sozialem Charakter auf dem Gelände beheimatet. Dazu zählten das Ehrenamtsprojekt Cari-Rad (Fahrradwerkstatt) des Caritasverbands Nordhessen, dessen Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt würden. Neben sozialen Einrichtungen würden die Bestandsflächen aktuell für Wohnungen, Büros und Archive genutzt.
Bei der geplanten Quartiersentwicklung bekennt sich das Unternehmen zur vorgeschriebenen Sozialwohnungsquote von mindestens 30 Prozent. Der Bebauungsplan, der für die Ergänzung der Flächen mit Neubauten in Zusammenarbeit vom Kasseler Planungsbüro ANP mit dem Stadtplanungsamt erarbeitet worden sei, sehe zukünftig ein „Urbanes Gebiet“ vor, in dem die Nutzungsmischung (Wohnen, Gewerbe, Dienstleistungen) nicht gleichgewichtig sein muss. Das Urbane Gebiet lasse „eine größtmögliche Flexibilität für künftige Teilneubauprojekte am Standort zu“, teilt der Eigentümer mit. Dies sei bedeutsam sowohl für den vorgesehenen Lückenschluss einer Baulücke an der Frankfurter Straße 161 wie für ein Hochhaus an der Südspitze des Areals, das dort „als Option“ entstehen solle. Auch eine Tiefgarage mit bis zu 200 Stellplätzen ist auf dem Gelände geplant.
„Zukunftfähiges Quartier mit vielfältigen Nutzungen“ in Kassel entwickeln
Mit der Umnutzung vorhandener Gebäude und der städtebaulichen Weiterentwicklung des Areals bestehe die Chance, „ein durchgrüntes und zukunftsfähiges Quartier mit vielfältigen Nutzungen zu entwickeln“, so Stadtplanerin Nina Hemprich vom beauftragten Planungsbüro ANP.
Quelle: HNA vom 20.05.2025, JBG-Research.