Das in Melsungen ansässige Unternehmen Vockeroth übernimmt das Kaufhaus in der Innenstadt, in dem bis 2024 Sinn Mode verkauft hat. Die documenta wird Mieterin und will 2027 dort das Welcome-Center einrichten.

Kassel – Seit annähernd einem Jahr steht das Gebäude in bester Innenstadtlage leer – nun gibt es für eines der zentralen Kaufhäuser Kassels eine Perspektive. Dort, wo vor dem Umzug in die Königs-Galerie das Unternehmen Sinn Modeartikel verkauft hat, soll in Zukunft Kultur und Handel beheimatet sein. Das haben gestern Kassels Oberbürgermeister Sven Schoeller, documenta-Geschäftsführer Andreas Hoffmann und Thomas Vockeroth gegenüber unserer Zeitung erklärt. Vockeroth, der in der Region und darüber hinaus Modehäuser betreibt, wird künftig Eigentümer der Immobilie sein, die zuletzt einer Gesellschaft aus Düsseldorf gehörte.

Konkrete Pläne für den Handel gibt es noch nicht, wohl aber welche für die Kultur. Als Mieterin soll nämlich die documenta in das Gebäude einziehen. Angedacht ist, dass sie schon bald die Büroräume im obersten Stockwerk nutzt. Dort könnten laut documenta-Chef Hoffmann 93 Menschen arbeiten. Während der documenta 16 in zwei Jahren will die Weltkunstausstellung dann noch präsenter an diesem Ort sein. Der Plan ist, dort das Welcome-Center unterzubringen – womöglich mit Café-Anschluss. Anders formuliert: Der Standort soll dann das darstellen, was zur documenta fifteen das Ruruhaus gegenüber war.

Nun gibt es für eines der zentralen Kaufhäuser Kassels eine Perspektive
Diese Pläne sollen nahezu fix sein. Oberbürgermeister Schoeller bringt darüber hinaus noch eine Anschlussverwendung ins Spiel, die aber von den städtischen Gremien noch abgesegnet werden müsste. Schoeller kann sich in dem Gebäude auch das documenta-Institut und das documenta-Archiv vorstellen. Er sagt: „Ich finde, das ist der prädestinierte Ort für eine solche Nutzung, der eine hohe Attraktivität aufweist.“

Dem künftigen Eigentümer Vockeroth geht es vor allem darum, Stadtentwicklung mitzubetreiben. Er betont: „Handel gehört in die Innenstadt. Aber wir stellen fest: Wenn bestimmte Parameter mitgedacht werden, kann es auch zu Alleinstellungsmerkmalen der einzelnen Städte kommen.“ In Kassel wäre das die Kunst. Auch in dem Gebäude, das er nun erwirbt, sollen Handel und Kultur nebeneinander existieren.

Mit der jüngsten Entwicklung wird die Perspektive für die Obere Königsstraße konkreter. Erst vor Kurzem hatte die Stadt die Pläne für das gegenüberliegende Ruruhaus vorgestellt. Dort soll ein zentraler Kulturort entstehen, zu dem dann auch die Stadtbibliothek gehören soll. Vorgesehen ist, dass 2029 dort alles fertiggestellt ist. Die zentralen, großen Kaufhäuser in der Innenstadt wären dann bespielt. (Florian Hagemann)

Quelle: HNA vom 28.04.2025, JBG-Reserach