Der Mietvertrag ist verlängert: Der Pharma und Laborzulieferer Sartorius bleibt für die kommenden 25 Jahre in Guxhagen. Darüber hinaus gibt es eine weitere gute Nachricht.
Guxhagen – Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius mit Hauptsitz in Göttingen hat den Mietvertrag in Guxhagen mit einer großen Guxhagener Firma um 25 Jahre verlängert. Das bestätigt Jens Karl, Geschäftsführer von Sartorius in Guxhagen. Sartorius sendet damit ein starkes Signal in die Region.
„Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem lokalen Investor“, sagt der Geschäftsführer. „Es ist ein wichtiges Signal an den Standort.“ Vor kurzem wurde die Nachricht in der Betriebsversammlung vor der Belegschaft verkündet. Die Verlängerung des Mietvertrags beziehe sich auf den Altbau, der vor 13 Jahren gebaut wurde. „Der Investor hatte damals den Bau in Guxhagen finanziert“, erklärt er.
Und es gibt noch eine gute Nachricht. Die Erweiterung in Guxhagen, die seit 2012 dauerhaft in mehreren Bauabschnitten lief, ist abgeschlossen. „Es fehlen nur noch ein paar Malerarbeiten“, sagt Karl. Für einen insgesamt mittleren zweistelligen Millionenbetrag sei der Sitz in Guxhagen ausgebaut und um zahlreiche Gebäude erweitert worden. Die Fläche sei seitdem fast um das Dreifache gewachsen – von 11.000 auf rund 32.000 Quadratmeter. Von den 700 Büroarbeitsplätzen seien allein 400 in den Neubauten entstanden, sagt Karl.
Pharma- und Laborzulieferer Sartorius bleibt für die kommenden 25 Jahren in Guxhagen
In der letzten Ausbaustufe ist das Customer Interaction Center (CIC) gebaut worden. Dort können Kunden ihre Produkte besichtigen und das Betriebsrestaurant ist dort untergebracht. Das Besondere an der Gebäudestruktur von Sartorius sei die Vernetzung. Statt verteilter Werke sind die Gebäude alle miteinander verbunden. Das gilt für Alt- und Neubau.
Trotz der guten Neuigkeiten behalte das Unternehmen weiterhin einen Teil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit. Bereits im Dezember hatte Sartorius auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt, dass es für die Hälfte der etwa 550 Mitarbeiter in die Kurzarbeit geht, um Arbeitsplätze zu sichern. Grund war die schlechte Auftragslage. Sartorius hatte damals angekündigt, die Situation monatlich neu zu bewerten und dass es betriebsbedingte Kündigungen nicht gibt.
Man sei aber optimistisch, dass es sich nur um ein temporäres Instrument bis Ende des Jahres handelt. „Wir sind in einem Systemgeschäft, das sehr von der Nachfrage auf dem Markt abhängig ist“, erklärt Karl. Besonders während der Corona-Pandemie habe die Firma von einer hohen Auftragslage profitiert.
Ob Sartorius in Zukunft nochmal den Standort ausbaue, ließ Karl offen. Er ließ aber auch durchblicken: „Wir haben die machbaren Kapazitäten in Guxhagen erreicht und sind gut für die Zukunft aufgestellt.“
Fokus auf erneuerbare Energien
Für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag hat Sartorius in Guxhagen seinen Standort in den vergangenen 13 Jahren ausgebaut. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf Flexibilität und Nachhaltigkeit.
Das Besondere in Guxhagen ist der Einsatz erneuerbarer Energien. Denn Sartorius versorgt sich fast komplett energieneutral. „Wir produzieren nahezu alles selbst“, erklärt Jens Karl, Geschäftsführer von Sartorius in Guxhagen. Das Herzstück des Unternehmens sei die Grundwassergeothermie mit zwei großen Wärmepumpen, eine in Betrieb und eine als Ersatz sowie drei Brunnen. „Für den Notfall haben wir dann noch eine alte Ölheizung, die aber nur dann in Betrieb genommen wird, wenn alle Stricke reißen sollten.“ Über die Geothermie werde in der warmen Jahreszeit Hitze gespeichert und im Winter zur Wärmeproduktion verwendet.
Quelle: HNA vom 11.07.2025, JBG-Research.