Der Rohbau des Hotels an der Kurfürstenstraße in Kassel ist fertig. Die VR-Bank investiert 40 Millionen Euro in das Projekt.
Kassel – An der Kurfürstenstraße hat der Rohbau für Kassels neuestes Hotel nach einem Jahr seit dem Baustart inzwischen seine endgültige Form angenommen. Angrenzend an die Hauptstelle der VR-Bank Kassel Göttingen prägt der neue Gebäudekörper schon das Quartier zwischen Scheidemannplatz und Hauptbahnhof und erstreckt sich auch rückwärtig in die Schomburgstraße hinein. Am Mittwoch wurde nun Richtfest gefeiert mit Vertretern der am Bau beteiligten Firmen, mit Planern, künftigen Betreibern und vielen weiteren Gästen.
Bauherrin ist die VR-Bank selbst. Sie trete bei dem Projekt „nicht nur als stiller Geldgeber, sondern als Investor“ auf, machte Bank-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Osse in seiner Ansprache deutlich. Er verwies darauf, dass es nach Ansicht von Touristikern und Kongressveranstaltern in Kassel an Hotelkapazitäten fehlt. Osse: „Das sehen wir auch so und deshalb tun wir etwas dagegen.“
Kassel bekommt neues Hotel zur documenta 2027
Das künftige „Holiday Inn Express Kassel“ soll voraussichtlich rechtzeitig zur documenta im Jahr 2027 an den Start gehen. Es wird 130 Zimmer haben sowie 44 Apartments mit kleiner Küche, die von Familien und beruflichen Langzeitmietern genutzt werden können.
Mit separatem Eingang von der Kurfürstenstraße ist weiterhin ein Restaurant geplant, das auch externen Gästen offenstehen soll. Wie dort das Raumgefühl ist, davon konnten sich die Gäste der Richtfest-Zeremonie zwischen Rohbauwänden einen ersten Eindruck verschaffen. Auch ein geschützter Innenhof grenzt an den künftigen Gastraum an.
Rund 40 Millionen Euro nimmt die Genossenschaftsbank für das Projekt in die Hand. Sie will auf Dauer Eigentümerin des Hotelbaus bleiben und darin eine Teilfläche von 1000 Quadratmetern für eigene Zwecke nutzen. Von der Bank-Hauptstelle aus wird es eine direkte Anbindung als Zugang zu diesen Schulungs- Projekt- und Medienräumen geben, die nach Angaben eines Sprechers dringend benötigt werden.
Arbeiten verlaufen bislang planungsmäßig
Die VR-Bank sieht das Bauvorhaben laut Vorstandschef Osse als „wichtigen Beitrag zur Erschließung des Quartiers“ und nebenbei zur Stärkung von Handwerk und heimischer Bauwirtschaft. So kamen bei den Fundament- und Rohbauarbeiten die Kasseler Firmen Emmeluth und Hermanns zum Zuge. Hermanns-Polier Matthias Bust fiel die Aufgabe zu, bei der Zeremonie in luftiger Höhe den traditionellen Richtspruch aufzusagen und die Hoffnung aufs weitere Gelingen am Bau mit einem Schnaps zu besiegeln. Bislang liegen die Arbeiten im Plan.
Wolfgang Osse und später auch Architektin Stefanie Ruffen erinnerten daran, dass die Pläne für einen Neubau an der Kurfürstenstraße noch deutlich älter sind als das Hotelprojekt. Bereits Anfang der 2000er-Jahre hatte die Kasseler Bank, wie sie damals noch hieß, das Nachbargrundstück in Richtung Bahnhof erworben, um Raum für eine Erweiterung ihrer Zentrale zu haben.
Entsprechende Planungen wurden in der Folgezeit gemacht, erwiesen sich dann aber als hinfällig, nachdem das Geldinstitut 2017 mit der Volksbank Göttingen fusionierte und dann erst einmal viel Geld in die Modernisierung der dortigen Hauptstelle steckte. So reifte für den Kasseler Standort der Plan für das Hotelprojekt, das nun mit dem Richtfest eine wichtige Etappe genommen hat.
Quelle: HNA vom 18.12.2025, JBG-Research.