

Die GWH beginnt im Juli mit der Erschließung des ersten Bauabschnitts auf dem ehemaligen Jordan-Gelände in Süsterfeld-Helleböhn. Das Besondere: Auf Entwässerungskanäle wird fast vollständig verzichtet.
Süsterfeld/Helleböhn – Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Jordan-Gelände neigen sich dem Ende zu. Bald werden die Bagger für die erste Etappe der Erschließung des geplanten Wohnquartiers zwischen Eugen-Richter-Straße und Glockenbruchweg in Süsterfeld-Helleböhn rollen. Vertreter der Wohnungsgesellschaft GWH präsentierten den Fahrplan und neue Details des Bauprojekts jetzt im Ortsbeirat. Aus dem Gremium gab es viele Fragen – insbesondere zum Entwässerungskonzept einer „Schwammstadt“ – und am Ende ein positives Echo. Ortsvorsteher Helmut Alex lobte die architektonische Auflockerung der geplanten vier- und fünfgeschossigen Wohnblocks. Schön sei auch, dass jede Wohnung einen Balkon oder eine Loggia erhalten solle, meinte er.
Die GWH plant die Bebauung in zwei Etappen: Den Anfang macht das Wohnquartier West, links vom Glockenbruchweg. Im ersten Quartal nächsten Jahres werde dort der Hochbau beginnen, berichtete Philipp Meier, Leiter der Projektentwicklung bei der GWH Bauprojekte GmbH. Die GWH investiere dort insgesamt 88 Millionen Euro.
233 Wohneinheiten seien im Jordan-Gelände geplant
Geplant seien 233 – überwiegend öffentlich geförderte – Wohneinheiten, davon 13 im betreuten Wohnen, sowie 16 Gewerbeeinheiten jeweils in den Erdgeschossen. Das ist mehr als die ursprüngliche Planung vorsah. Weiterhin sind eine sechsgruppige Kita, ein Spielplatz und ein Familienzentrum vorgesehen. Es wird 149 Kfz-Stellplätze geben, ein großer Teil davon in Tiefgaragen. Auch für Fahrräder sind gesicherte Abstellmöglichkeiten unterschiedlicher Art und Ladestationen geplant.
Das Wohnquartier Ost, rechts vom Glockenbruchweg, in dem vor allem frei finanzierte größere Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Reihenhäuser vorgesehen sind, soll sich anschließen. Schon jetzt laufen dort die Abbrucharbeiten. Wann es mit der Erschließung und dem Hochbau dort losgeht, hänge vom Abschluss der Arbeiten im Quartier West ab, vermutlich könne die Gesamtbebauung des ehemaligen Jordan-Geländes 2033 abgeschlossen werden, sagte Meier.
Erschließung des Wohnquartiers West soll im Juli beginnen
Mit der Erschließung des in vier Baufelder unterteilten Wohnquartiers West in Eigenregie der GWH, die schon an die Kasseler Firma FR Richter vergeben worden sei, wolle man spätestens im Juli beginnen, berichtete der Projektentwickler. „Der Erschließungsvertrag mit der Stadt Kassel steht kurz vor der Unterschrift“, sagte Meier. Drei der nötigen vier Bauanträge für das Quartier West seien bereits bei der Stadt eingereicht worden.
Für Kraftfahrzeuge wird das neue, später mit Fernwärme versorgte Wohnquartier ausschließlich auf einer 5,50 Meter breiten Straße zwischen Eugen-Richter-Straße und Glockenbruchweg durchfahrbar sein. Vom zentralen Quartiersplatz bis zum Brückenweg sind lediglich ein Fußweg und eine Zufahrt für die Feuerwehr geplant.
GWH verzichtet beim Jordan-Gelände auf Entwässerungskanäle
Auf Entwässerungskanäle verzichtet die GWH – bis auf einen kleinen Entlastungskanal, der im Brückenweg verlegt werden soll. Angesichts möglicher Starkregenereignisse gab es dazu besorgte Fragen, die der von der GWH beauftragte Landschaftsplaner Erik Hanf zerstreute. Er erwähnte auch, dass er bei der Stadt Kassel viel Überzeugungsarbeit habe leisten müssen: Regenwasser werde unter anderem von den begrünten Dächern der Gebäude, weiteren Bepflanzungen zwischen den Fassaden und den Mulden entlang der Quartiersstraße aufgefangen und dann nur nach und nach in den Untergrund abgegeben.
Bei der Planung der „Schwammstadt“ sei die Devise gewesen: „Jeder Tropfen zählt.“ Zu den Maßnahmen zählt auch die Abflachung der Böschung am Brückenweg, der eine Reihe von Bäumen zum Opfer fielen. Die würden alle ersetzt, betonte Hanf. In beiden Wohnquartieren werde man sogar etwa 200 neue Bäume pflanzen.
Quelle: HNA vom 06.06.2026, JBG-Reearch.