

Der Finanzinvestor Waterland bringt den Kasseler Türspezialisten Bode und den niederländischen Anbieter Ventura Systems zusammen. Beide Unternehmen sollen ihre Hauptsitze, Marken und Management-Teams behalten.
Kassel – Nur wenige Wochen nach dem angekündigten Eigentümerwechsel steht beim Kasseler Türspezialisten Bode der nächste Schritt an: Das Unternehmen soll mit dem niederländischen Türsystem-Anbieter Ventura Systems unter einer gemeinsamen Struktur eine europäische Gruppe bilden. Der Finanzinvestor Waterland Private Equity, der Anfang Mai bereits eine Mehrheitsbeteiligung an Bode von der Schaltbau-Gruppe erworben hatte, übernimmt nun auch die Mehrheit an Ventura, wie Waterland mitteilte.
Waterland will Bode und Ventura zu einer europäischen Gruppe für Tür- und Zugangssysteme im öffentlichen Verkehr verbinden. Beide Unternehmen behalten laut Waterland ihre Hauptsitze, Marken und Management-Teams. Für den Kasseler Standort bedeute dies nach Darstellung des Unternehmens Kontinuität. Bode-Chef Thomas Giebisch sagte laut Mitteilung, der Hauptsitz in Kassel, die etablierten Teams und der Anspruch an Qualität, Verlässlichkeit und Kundenservice blieben erhalten.
Bode sitzt im Kasseler Stadtteil Bettenhausen und baut Türen sowie Zugangssysteme für Züge und Busse. Weltweit arbeiten mehr als 1400 Menschen für das Unternehmen, davon rund 650 in Kassel. Damit zählt Bode zu den größeren Arbeitgebern der Stadt. In Kassel produziert das Unternehmen nicht nur. Ingenieurinnen und Ingenieure entwickeln dort Systeme für Fahrzeuge auf mehreren Kontinenten.
Mit Ventura will Bode schneller wachsen. Beide Unternehmen ergänzen sich: Bode ist stark bei Türsystemen für Schienenfahrzeuge. Ventura liefert Zugangssysteme für Busse und den Stadtverkehr. Das Unternehmen sitzt im niederländischen Bolsward, beschäftigt laut Mitteilung mehr als 300 Menschen und erzielt rund 100 Millionen Euro Umsatz. Die Bode-Gruppe kommt laut Meldung auf mehr als 250 Millionen Euro Umsatz. Waterland sieht in der neuen Verbindung Vorteile bei Technik, Kundenkontakten und regionaler Aufstellung. Die neue Gruppe will Zug- und Bushersteller sowie Verkehrsbetriebe weltweit beliefern. Sie will mehr Produkte entwickeln, den Service ausbauen und Kunden nach dem Kauf besser betreuen.
Bode hatte nach dem Einstieg von Waterland bereits weiteres Wachstum angekündigt. Das Unternehmen will neue Produkte entwickeln, den Service stärken und im Ausland mehr Geschäft machen. Auch weitere Zukäufe sind möglich. Die Verbindung mit Ventura könnte ein erster größerer Schritt auf diesem Weg sein. Waterland nennt keine finanziellen Details. Die Aufsichtsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.
Quelle: HNA vom 08.06.2026, JBG-Research.