

Das Henschelareal in Kassel soll ein Ort für Industriekultur werden. Doch bevor 2033 die ersten Besucher kommen könnten, braucht es ein klares Ja der Stadt.
Kassel – Mit knapp 31 Millionen Euro einmaligen Investitionskosten für ein Museum für Industriekultur „Henschelei“ auf dem Henschelgelände in Rothenditmold rechnen das Technik- und das Henschelmuseum. Die beiden Trägervereine, die schon bislang auf dem Areal die Industriegeschichte Nordhessens und insbesondere das Erbe des Unternehmens Henschel & Sohn vermitteln, haben sich für den Aufbau und Betrieb eines künftigen gemeinsamen Museums zusammengetan.
Katharina Armbrecht, Museumsmanagerin des Technikmuseums, stellte jetzt im Kulturausschuss den Stadtverordneten die betriebswirtschaftliche Konzeption sowie das museale Konzept der neuen „Henschelei“ vor. Die jährlichen Betriebskosten bezifferte sie mit 1,337 Millionen Euro, die Einnahmen sind mit 780.000 Euro angesetzt, sodass ein Zuschussbedarf von 600.000 Euro im Jahr bleibe. Das Kaufangebot für die historische Hammerschmiede – ohne Außenflächen – betrage 3 Millionen Euro.
Die Stadtverordneten sind jetzt gefordert, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, ob die Stadt Kassel Kauf und Sanierung des Gebäudes sowie den Museumsbetrieb dauerhaft fördern soll. Die Vereine hoffen auf eine „beispielgebende Initialzündung“. Dann könnte bereits im vierten Quartal 2026 mit den Bauarbeiten begonnen werden, im Frühjahr 2033 die Henschelei eröffnet werden. Auf 5300 Quadratmetern würden dann die industriellen Wurzeln Nordhessens anhand von Fahrzeugen und Maschinen sowie Originalobjekten und Dokumenten aus der Unternehmens- und Familiengeschichte von Henschel dargestellt werden.
Nicht nur die Henschelei wird am kommenden Dienstag, 9. Juni, Thema in der Informationsveranstaltung zum Henschelareal werden, die ab 19.30 Uhr im Technikmuseum stattfinden wird. Das Büro Dr. Vogel wird als Entwicklungspartner des Investors Sector Seven zusammen mit der Stadt Kassel vor der öffentlichen Auslegung über den aktuellen Stand des Bebauungsplanverfahrens informieren.
Das Thema ist nicht nur im Stadtteil mit vielen Emotionen verbunden. Eine Sorge der Anwohner ist, dass sich das Rüstungsunternehmen KNDS auf die Fläche zwischen Wolfhager Straße und Brandaustraße ausbreiten könnte. Dazu haben Rüstungsgegner bereits im Vorfeld der Informationsveranstaltung eine Demonstration angekündigt. Insbesondere die Anlieger der Brandaustraße, darunter die Heilhaus-Siedlung und das dortige Mehrgenerationenhospiz, sehen die bisherigen Planungen für das Gelände mit Sorge, da die geplante Gewerbenutzung auch mehr Verkehr bedeuten würde. In die städtischen Gremien geht das Thema nach der Sommerpause.
Quelle: HNA vom 08.06.2026, JBG-Reserach.