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Volksbund kauft Plansecur-Gebäude und kehrt 2028 nach Kassel zurück

Autor:
Jens Becker
September 9, 2026

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zieht an die Druseltalstraße in Bad Wilhelmshöhe. Das Gebäude soll als „European House of Peace" Schulklassen und internationale Besucher empfangen.

Kassel – Der aktuell in Niestetal ansässige Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kehrt nach Kassel zurück. Das kündigte der Verein gestern gegenüber unserer Zeitung an. Er wird in das Gebäude an der Druseltalstraße in Bad Wilhelmshöhe ziehen, in dem bis zu Beginn dieses Jahres der Finanzdienstleister Plansecur beheimatet war. Ein entsprechender Kaufvertrag ist Anfang der Woche unterzeichnet worden. Der Umzug soll nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 2028 erfolgen. Die Beschäftigten von Plansecur arbeiten derzeit in einem Nebentrakt des Bundessozialgerichts. Perspektivisch soll für sie ein Holzneubau in Wehlheiden entstehen.

Die freie Immobilie in Bad Wilhelmshöhe will nun der Volksbund nutzen, der schon länger Ausschau gehalten hat nach einem passenden Standort in Kassel. Seit 1951 war er in der Stadt ansässig. Das damals sanierungsbedürftige Gebäude an der Werner-Hilpert-Straße hatte er aber 2020 verlassen. Der Verein mit seinen rund 200 Mitarbeitern zog dann vorübergehend zu SMA nach Niestetal – mit dem Ziel, sich langfristig wieder in Kassel anzusiedeln. Die immer mal wieder aufkommende Überlegung, als Volksbund nach Berlin zu wechseln, hatte es unter Präsident Wolfgang Schneiderhan nicht mehr gegeben.

Nun also liegt die Zukunft des Volksbundes in Bad Wilhelmshöhe. Das Gebäude dort soll künftig moderne Büros, Tagungsräume, eine multimediale Dauerausstellung, Archive und die größte Fachbibliothek zum Thema Kriegsgräber enthalten – und einen Namen bekommen: „European House of Peace“. Dieses europäische Haus des Friedens soll die Arbeit des Vereins für alle erlebbar machen. Schulklassen, internationale Besuchergruppen und alle Interessierten können sich, so heißt es vom Volksbund, über die Geschichte der Organisation, die aktuelle Arbeit der Kriegsgräberfürsorge, die zahlreichen Bildungsangebote und die Herausforderungen der künftigen europäischen Gedenkkultur informieren – und das in mehreren Sprachen. Auch für Wanderausstellungen und externe Veranstaltungen werde es attraktive Räumlichkeiten geben.

Volksbund-Präsident Schneiderhan zeigte sich über den Kauf der neuen Bundesgeschäftsstelle erfreut: „Die Immobilie ist funktional, aber repräsentativ und garantiert die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.“ Künftig werden nach Angaben des Volksbundes von Kassel aus die weltweiten Aktivitäten des Vereines in 45 Staaten sowie im Inland koordiniert. Als humanitäre Organisation kümmert sich der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung um die Suche und Bergung von deutschen Kriegstoten und die Aufarbeitung ihrer Schicksale. Zudem engagiert er sich in der Erinnerungskultur und fördert die Begegnung und Bildung junger Menschen europaweit. Er finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und die Förderung vom Bund. Derzeit liegt die Zahl der Mitglieder bei knapp 55.000.

Mit dem Kauf der Immobilie an der Druseltalstraße ist eine andere Idee vom Tisch. Die sah vor, an der Trompete ein Haus des Friedens zu errichten. „Das geplante Bauprojekt in der Kasseler Innenstadt hätte sehr lange gedauert und konnte wegen fehlender Bundesmittel nicht realisiert werden“, erklärt Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen.

JBG war für den Kunden beraten tätig.

Quelle: HNA vom 09.09.2026, JBG-Research.

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